… ganz einfach himmlisch lecker!
10 Scheiben Zwieback
60 g weiche Butter
200 g weiße Kuvertüre
400 g Schmand
2 Eier
1EL Zucker
Chiliflocken aus der Mühle
Schokoladeneis
Sigrid Jo Gruner schreibt über Uwe Steiniger
Schmecken, fühlen, riechen lernen, den Gaumenkitzel erleben – der Windecker Eurotoque-Sterne-Maître Uwe Steiniger schlüpft dann und wann in die Kutte eines (Koch-)Missionars. Ginge es nach ihm, müsste man Genusserziehung in den Schulplan aufnehmen. Ihm liegt daran, das Wissen um die traditionelle Esskultur, das richtige Verständnis von schmackhafter, gesunder Ernährung und die Lust auf abwechslungsreiche Gaumenfreuden an Erwachsene und Kinder weiterzugeben. “In der Ernährung liegt eine derartige Vielfalt – aber die heute weit verbreitete Unsitte, sich mit Halbfertig- und Fastfoodprodukten über Wasser zu halten und Tischsitten auf ein Mindestmaß zu reduzieren, ist kulturvernichtend.” IHK-Küchenmeister und Dienstleistungsfachwirt Uwe Steiniger hält dagegen mit seinem profunden Fachwissen, seiner sinnlichen Lust am Essgenuss und der Erfahrung aus 20 Jahren professioneller Koch-Leidenschaft.
Coaching an Herd und Theke
Aber nicht nur dem Konsumenten liest er humorvoll die Leviten, auch den Gastronomen schreibt er ins Stammbuch, dass es ihnen oft an einem Sinn für Qualität, Know-how, Gastlichkeit und Serviceverständnis mangelt. Als “Coach für gestrandete Gastronomen” kommt er mit den Gebräuchen der Branche hautnah in Kontakt. Wird Uwe Steiniger zur Rettung gerufen, ist das Süppchen meist schon versalzen. Unerkannt und unangemeldet, prüft er vor Ort den gastronomischen Betrieb mit dem Blick des Unparteiischen auf Herz und Nieren nach Kriterien wie freundlicher Empfang, Sauberkeit, Ambiente, Servicebereitschaft, Qualität und Güte des gastronomischen Angebots. Nicht selten stellt er dann die hintersinnige Gretchenfrage “Haben Sie Wein?”, was nicht immer zu seiner Zufriedenheit beantwortet wird. – “Nur so kann ich Fehlerquellen aufspüren und eine zuverlässige und wirksame Unterstützung leisten.” Danach schult er intensiv und kompetent bei allen Fragestellungen zu Küche, Keller und Service, bei betriebswirtschaftlichen Defiziten, Marketing- und Personalfragen.
Zielstrebig zu den Sternen
Er schöpft dabei selbst aus “eigenen Fehlern”, die er nach eigenem Bekunden als junger Gastwirt einst in Öttershagen beging. Das Kochen hat er sich als Junge von Mutter Marianne abgeguckt, bei ihr köchelte immer etwas auf dem Herd, daran hat sich bis heute nichts geändert. Parallel zum Abitur am Abendgymnasium (mit 30), war Uwe Steiniger in einer Großküche tätig und schrieb redaktionelle Beiträge für Lokalzeitungen, bis er nach einer sechsmonatigen Meisterschule am Gastronomischen Bildungszentrum in Koblenz vor der dortigen Industrie- und Handelskammer die Prüfung zum Küchenmeister erfolgreich absolvierte (da, wo übrigens auch Johann Lafer seinen Meister machte!): Ein fordernder Küchenmarathon der besonderen Art. In 10 Stunden musste Uwe Steiniger ein komplettes 6-gängiges Menü mit Beilagen plus Feingebäck in allen Feinheiten – vom Entbeinen, Filettieren, Fonds bis zum Abschmecken und Anrichten – auf den Tisch bringen. “Köche müssen diszipliniert sein, flexibel, kreativ und teamfähig”, sagt er heute. “Da trennt sich die Spreu vom Weizen.” Die Vereinigung europäischer Spitzenköche Eurotoques, die sich der Wahrung der Ess- und Trinkkultur verschrieben hat, machte ihm mit einem “kulinarischen Ritterschlag” zum Mitglied und zu einem ihrer Sterne-Maîtres.
Erlebnisgastronomie auf hohem Niveau
Mit seinem liebenswürdigen, kommunikativen Naturell ist Uwe Steiniger der geborene Gastgeber, dem bewusst ist, dass Gäste nicht nur kulinarisch überzeugt werden wollen, sondern auch ein unvergessliches Genusserlebnis erwarten, von dem sie noch lange “zehren”. Charme und Zuvorkommenheit muss er nicht lernen. Als ” Showkoch” ist er mit seinem erfahrenen Party- und Cateringservice “The Flying Buffet” europaweit in allen Küchen zuhause, sein Team wird zu privaten Hochzeitstagen oder Jubiläen genauso gerufen wie zur Frankfurter Messe, zu Großevents oder Roadshows. Seine höchst individuelle Note bringt er überall ein. Mit Fantasie und Geschmack zelebriert er eigene Themen-Kochkurse (z.B. für Diabetiker oder Kids) und kulinarische Kulturhäppchen und tüftelt daran, während er die Poularde farciert oder den Kalbsfuß füllt, wie er seinen Gastronomen-Ratgeber vervollständigen kann. Ein rühriger Mensch wie er denkt immer über den eigenen Tellerrand hinaus – gerade peilt er die Grillweltmeisterschaft im Mai 2011 im westfälischen Gronau an.
In seiner Küche steht ein mächtiger Arbeitsblock, an dem locker zwei Köche Platz haben – Lebensgefährtin Katja Henrichs kocht mit. Ganz privat liebt der Spitzenkoch die einfachen Dinge wie Pellkartoffeln mit Dipp – man darf sicher sein, dass er auch daraus eine kleine Leckerei zaubert.
Quelle: Profile zwischen Siegtal und Siebengebirge
Text: Sigrid Jo Gruner
Verlag Elmar Zinke
Ökumenische Kirchennacht mit Aktionskünstler und Eventkoch
Wie oft haben Christen schon im Vaterunser Gott um “das tägliche Brot” gebeten? Eine Bitte, die angesichts der vollen Regale im Supermarkt und der finanziellen Möglichkeiten der Käufer vielleicht eher gedankenlos ausgesprochen wird, ohne zu bedenken, welche existenziellen Fragen damit für viele Menschen verbunden sind. Wie kostbar das Brot den Menschen an der Oberen Sieg heute noch ist, das wollten die katholischen und evangelischen Kirchengemeinden in ihrer zweiten “Nacht der Kirchen” in Herchen austesten. Für den ungewöhnlich verlaufenden Abend konnten sie den Siegburger Aktionskünstler Hermann-Josef Hack gewinnen, der in der Vergangenheit mit ähnlichen Veranstaltungen schon für Aufsehen gesorgt hat. So zum Beisiel mit seiner öffentlichen Demonstration “Brotanschlag” im November 2006 vor dem Kölner Dom. In Herchen verlief die Inszenierung aber anders. Kaum waren die Teilnehmer einer Andacht vor dem evangelischen Gotteshaus St.Peter angekommen, da fuhr ein Polizeiwagen unter Blaulicht vor. Helfer stiegen aus und holten aus dem Kofferraum zwei große Truhen aus Styropor hervor, die sie in die Kirche trugen. Künstler Hack begründete die polizeiliche Eskorte “mit dem extrem kostbaren Transportgut, das für viele hunderttausend Euro versichert” sei. Gemeinsam mit Uwe Steiniger, einem über die Grenzen des Windecker Ländchens bekannten Eventkoch, lüftete er dann das Geheimnis der Truhen. Zur Überraschung der Gemeindemitglieder kamen zahlreiche Brote zum Vorschein, unterschiedliche Sorten, frisch gebacken und alle verziert mit Logos von Luxusgütern. Hack und Steiniger legten ein Ciabatta der Marke “Brioni”, ein Vollkornbrot mit dem Erkennungszeichen von “Rolls Royce” und ein Kartoffelbrot der Firma “Lacoste” auf die lange Essenstafel. Andere Brotsorten trugen die Bezeichnung “BMW”, “Nike” oder “Chanel”. Ist Brot nur kostbar, wenn es als berühmte Marke angepriesen wird? Das war die provozierende Frage von Hermann-Josef Hack. Ihre Antworten schrieben oder malten die Teilnehmer der Kirchennacht auf die Tischdecken, die am Ausgang der Kirche ausgehängt werden sollen. Dabei ließen sie es sich schmecken. Zum Brot wurde Salzbutter und Wasser gereicht. (uto)
Quelle: Kölner Rundschau (17.12.2010)

Hermann-Josef Hack und Uwe Steiniger mit Luxusbroten

… auf Radicchio-Ravioli
Zutaten für vier Personen:
Ravioli
Eier in einer Schüssel aufschlagen, Olivenöl und Salz hinzugeben.
Grieß und Mehl zusammen vermischen und mit der Ei-Masse verkneten. Teig ruhen lassen. Radicchio in dünne Streifen schneiden. Butter in Topf erhitzen, Zucker zugeben, anschließend Radicchiostreifen zugeben, und leicht karamellisieren lassen. Mit einer Prise Salz und etwas Limettensaft abrunden. Teig dünn ausrollen, mit einer Tasse rund ausstechen und mit dem Radicchio gefüllt zusammen klappen. Die Enden mit einer Gabel fest zusammendrücken. 8-10 Minuten in kochendem Wasser garen, abschütten und mit kaltem Wasser abschrecken. Kurz vor dem Servieren in Olivenöl anbraten.
Jakobsmuscheln öffnen, waschen und mit Küchenpapier abtrocknen. Den grauen Rand entfernen, das weiße Muskelfleisch und den Corail trennen. Schalotten würfeln und in Butter anschwenken, mit Weißwein ablöschen, Kokosmilch zugeben und Ingwer in die Flüssigkeit reiben, mit Sahne auffüllen und klein geschnittenen Corail zugeben. Kurz vor dem Servieren alles mit einem Pürierstab aufschäumen und abschmecken. Weißes Muskelfleisch mit Salz, Pfeffer und Limettensaft würzen und in einer Grillpfanne jeder Seite ca. 2 Minuten in heißem Olivenöl Farbe geben.
Ravioli in tiefe Teller geben, Kokos-Ingwerschaum darüber geben, Muscheln darauf legen. Dazu passen feine Zuckerschotenstreifen, die leicht in Butter angeschwenkt wurden.
