Ich darf empfehlen?

„Kochen ist ein Lebens- Mittel“ – Uwe Steiniger gibt es gerne weiter

Gesundheit in Ich darf empfehlen?
Aktionstag „Gesund ernähren – bewusst genießen“

Dass Eurotoque-Sterne Maître Uwe Steiniger ein großes Herz hat und seinen Beruf absolut als Berufung betrachtet, dies dürfte längst bekannt sein. Die vielen Aktionen quer durchs gesamte Jahr, welche er ehrenamtlich betreibt, sind tatsächlich in aller Munde.

Besonders die soziale Komponente seines Berufs ist ihm sehr wichtig: Er kocht mit Obdachlosen, geht in Seniorenheime, unterstützt Gesundheitstage, nimmt sich Jugendliche zur Seite und zelebriert Feinkost mit geistig behinderten Kindern an der Helen-Keller-Schule in Wiehl. „Welche Kraft dies alles auslöst, das ist fantastisch – Kochen ist ein wahres Lebens-Mittel, was ich wirklich gerne weiter gebe!“.

Inder in Ich darf empfehlen?
Kochen mit Kindern macht Spaß
Stern in Ich darf empfehlen?
Ein besonderer Stern für Uwe
Lauber Hans in Ich darf empfehlen?
Hans Lauber
Ende November kocht er in Hannover gemeinsam mit Hans Lauber unter dem Motto „Schlemmen wie ein Diabetiker“. Hans Lauber ist ein Bestseller-Autor, der sich speziell mit dem Thema Diabetes befasst. Bekannt wurde er mit Büchern wie „Schönkost“, oder „Fit wie ein Diabetiker“.
 

So Mesdames, Messieurs,

jetzt geht es ans Eingemachte !!!

Die neuen Kochbücher sind da (!!! ) und zeigen auf, wie man herrliche Suppen zubereitet, ganz wie die Profis. Auch zum Thema Fisch gibt es fantasTische Anregungen von meinen Eurotoques-Kollegen und mir. Ein ganz besonderer Dank dem Hädecke-Verlag , sowie unserem „ET-Chief“ Ullrich W. Schassberger und unserer „Eurotoques-Seelsorgerin“ Daniela Gscheidle.

Wer Interesse an diesen wunderbar illustrierten Kochbüchern hat – bitte melden !!!

 
 

“Himmel un Ääd“
Wo bitte bleibt das Plaisir ?
von Uwe Steiniger

Neulich beim Briefing, welches nach einem Meeting vom General Manager abgehalten wurde, erschien das Bild von Waterloo auf meiner Mind Map. Stand da etwa Feldmarschall Blücher, der uns mit wellingtonschen Handouts auf ein Night-Event mit Live Cooking Stations einstimmte? Wird La Grande Nation jetzt anglophon unter Beschuss genommen? Ehrlich gesagt, mir geht diese déformation professionnelle allmählich auf den Geist. Ich meine, wenn gleich auch das Englische zu den germanischen Sprachen gehört, muss man doch in der traditionell französisch verwurzelten Gastronomie diesen Verbrüderungsdusel nicht übertreiben, mein lieber Mon Dieu! In der britisch-amerikanischen Küche herrscht doch sowieso eine auf Dauerbetrieb eingestellte „Saure-Gurken-Zeit“ und bei uns gibt es ebenfalls genügend Ratskeller, Bierwirtschaften und Dorfschenken, die ein ausgiebiges Sodbrennen verursachen.

À propos: Cornichons klingen auch wesentlich weltmännischer als Pickled Gherkins oder Spreewaldhappen. Und im Gegensatz zu Genüsslichem, findet man auf dem sprachlichen Terrain der Leibesnot keine international bekannte französische Metapher wie etwa Montezumas Rache oder Kathmandu Quickstep. Da kann man erst einmal nicht gegen anstinken. Da hilft nur noch ein Digestif, wobei Whisky natürlich auch schon vor dem Essen getrunken werden kann, Cognac und Armagnac dagegen niemals. Viele unserer Kräuterschnäpse werden mittlerweile während des Tanztees von älteren Damen als Likörersatz genossen. Der Jägermeister-Shot allerdings setzt den Event-Managern Hörner auf, in dem der Kräuterbitter suggeriert, dass er absolut hip und sexy ist.

Daraufhin bestellt der Food and Beverage Manager erst einmal ein paar Pullen und die Konkurrenz steht da wie ein Kümmerling vorm Underberg, weil sie keine Anglizismen findet, die sie attraktiver bei den oben genannten Herrschaften erscheinen lässt. Der Italiener mischt sich bei all dem erst gar nicht ein, allein die Namen seiner Nahrungs- und Genussmittel versprühen genügend Geschmackserotik, die man einfach nicht kopieren kann. Aber warum rennen wir ausgerechnet beim Thema Gaumensex und Genuss phonetisch Ländern hinterher, die hierbei allgemein hin als eher prüde, zumindest recht rustikal gelten? Wenn schon nicht den italienisch süßen Singsang, dann wenigsten das wohlwollend weiche Französisch. Wo bitte bleibt das Plaisir? Allem Anschein nach nicht müde zu werden, die eigene Sprache auszuhebeln, sollte man wenigstens auf eine Ménage à trois setzen: Eine sprachlich genüssliche Dreiecksbeziehung statt dieser einseitigen, flotten Nummer.

Ein Küchenmeister sollte wieder ein Maître sein, ein Künstler, kein Head-Chief, nicht der Häuptling „Niehammerwas“. Chief: So nennen Taxichauffeure und aasgeiernde Kellner jeden, dem sie damit ein Trinkgeld abluchsen wollen: Mesdames, Messieurs, ich bitte Sie! Aus Events könnten wieder Fêten werden, Donuts hießen wieder Schmalzkringel und Bagels blieben Bügelbrötchen. Das Sprachenwirrwarr in der Gastronomie kann eines sowieso nicht verhindern: Herrscht Ebbe im Portmonnaie, können die Gusto-Häfen nicht angesteuert werden, wie auch immer sie heißen. C`est la vie !
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