10 Fragen an Uwe Steiniger

Abgelegt in  Presse

Herr Steiniger, war es schon immer Ihr Wusch, Koch zu werden?Ausschlaggebend für die Berufswahl ist meine Mutter Marianne. Sie gibt mir das Gefühl, dass Kochen und bekocht zu werden viel mit Herzlichkeit, Wärme und Nächstenliebe zu tun hat. Unsere Familie trifft sich auch heute noch in Mutters Küche. Dort wird alles besprochen, dort wird gelacht, diskutiert und auch schon mal gestritten. Dabei steht immer was auf dem Tisch. 

Waren Sie mit Ihrer Ausbildung zufrieden? Hat sie das gehalten, was Sie sich vorgestellt haben? Nun ja, die Gastronomie war absolutes Neuland für mich und hat wenig mit häuslicher Küche zu tun. Bei Erich Schneider in Morsbach/Sieg wurde mir sehr viel beigebracht. Dort wurde schon auf sehr hohem Niveau gekocht. Die Kochlehre ist generell kein Zuckerschlecken und bringt einen oft genug an den Rand der Belastbarkeit: Ungünstige Arbeitszeiten, ein kerniger Umgangston und körperliche Anstrengungen lassen einen manchmal verzweifeln. Im Nachhinein haben mir die Lehrjahre viel gebracht. Ich habe neben der Kocherei auch gelernt, wie man mit brenzligen Situationen umgeht.

Welche Auszeichnung oder welches Ereignis in Ihrem Berufsleben hat Ihnen die größte Freude bereitet? Ein hartes Stück Arbeit war die Prüfung zum Küchenmeister in Koblenz: Wenn man nach einem halben Jahr, gespickt mit unzähligen schriftlichen Prüfungen in verschiedensten Bereichen, die Klippe der mündlichen Prüfung nimmt und dann 14 Stunden höchste Konzentration und Präzision während der praktischen Prüfung in Form eines 6-Gang-Menüs auf den Teller bringt, fallen einem tonnenweise Steine vom Herzen, wenn man das alles bestanden hat.

Erzählen Sie uns von Ihrer größten Küchenpanne. Wissen Sie, Pannen kommen immer wieder vor, ist doch menschlich. Dabei sind es weniger missratene Gerichte, sondern Fehler im Gesamtsystem: Wenn man beispielsweise Gäste ganz herzlich verabschiedet, die gerade erst eingetroffen sind, oder einem britischen Gast Matjes serviert, der matches (Streichhölzer) verlangt. Als Koch steht man sowieso immer auf heißen Kohlen: Sind die Speisen rausgetragen, holt sie  keiner mehr zurück.

Ist es für Sie denkbar, sich in einem Fastfood-Restaurant einen Burger zu bestellen? Ich mache das auch ab und an, allerdings  nicht oft, weder wöchentlich geschweige denn täglich. Erstens ist der Kram nicht gerade gesund, zweitens finde ich es einfach traurig, dass dieses Zeug, egal wo auf der Welt, überall gleich schmeckt. Ich möchte in Paris eben Paris schmecken und in Köln das Rheinland. Außerdem finde ich es wenig anregend, dass Essen in riesigen Industriehallen vorgefertigt wird.

Zurzeit wird im Fernsehen auf fast allen Kanälen – entweder von Profis oder von Laien – gekocht? Woher kommt das Interesse der Fernsehzuschauer? Weil ein Lebensgefühl endlich wieder entdeckt wird: Kochen macht Spaß, mit leckerem Essen bereitet man sich und anderen eine Freude. Mittlerweile gibt es regelrechte Wettkämpfe innerhalb  Familien und Freundeskreisen, da kommen die Tipps der Profis nicht ganz ungelegen. Ich hoffe aber auch, dass dieser Trend, den Biolek, Lafer, Mälzer und Co. gesetzt haben, nicht wieder zunichte gemacht wird, weil man den Bogen einfach  überspannt. 

Was verbindet Sie mit unserer Region? Meine Heimat liegt mir sehr am Herzen. Oft werde ich gefragt, warum ich nicht in eine Metropole ziehe und lieber lange Anfahrten in Kauf nehme. Weil ich hier zuhause bin!  Hier kenne ich die Menschen und  weiß wie sie ticken. Hier finde ich meine Ruhe, kann aber auch jederzeit in gemütlicher Runde Action haben.

Was ist für Sie die „rheinische Lebensart“?  Die Ausgewogenheit von Freud’ und Leid. Mal ärgert man sich maßlos, mal lacht man sich „kapott“. Der rheinische Optimismus und die hiesigen Lebensweisheiten helfen einem dabei in fast allen Lebenslagen. .

Was haben Sie in nächster Zeit vor, woran arbeiten Sie gerade?Momentan haben wir richtig viel zu tun: Jede Menge Veranstaltungen, sowohl privat als auch gewerblich. Dann unterstützen wir noch etliche Gastronomiebetriebe tatkräftig. Seit mehreren Jahren baue ich an einer internationalen Brücke des guten Geschmacks. Der Vorteil meines Berufs ist doch, dass ich auf der ganzen Welt Kollegen habe, die genau so denken wie ich. Ach, und ab kommenden Jahr freue ich mich auf unsere neue Catering-Küche im IPS Industriepark Etzbach. Da gibt es hoffentlich ebenfalls viel zu kochen.

Haben Sie zum Abschluss noch Rezepttipps für für uns? Aber sicher doch, schauen Sie doch mal auf meiner Homepage nach.

Quelle: Meine Lebensart (Rautenberg Verlag)

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